Caritas Socialis



90 Jahre CS Haus für Mutter und Kind

"Lebenskünstlerinnen zwischen Armutsrisiko und Zukunftschancen" - Hildegard Burjan Gespräch im Festsaal der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis, Pramergasse 9, 1090 Wien

Unter dem Titel "Lebenskünstlerinnen zwischen Armutsrisiko und Zukunftschancen" luden Caritas Socialis Schwesterngemeinschaft und das Hildegard Burjan-Forum zum 18. Hildegard Burjan-Gesprächs ein.

Erste Mutter Kind Einrichtung in Wien von Hildegard Burjan 1924 gegründet

Vor 90 Jahren, im Jahre 1924, realisierte Hildegard Burjan mit der Eröffnung eines Heimes für ledige Mütter ein Sozialprojekt, das dem Denken der damaligen Zeit weit voraus war. Unverheiratete Schwangere und ledige Mütter wurden gesellschaftlich geächtet und oft von ihren Familien verstoßen. Die herrschenden Moralvorstellungen trieben viele Frauen in den Selbstmord oder zwangen sie zur Prostitution. Trotz Widerständen, auch aus kirchlichen Kreisen, nahm die Sozialpionierin Hildegard Burjan sich dieser Frauen an und bot ihnen Unterkunft, ärztliche Betreuung während Schwangerschaft und Geburt, sowie eine berufliche Ausbildung und Kinderbetreuung an. Welche Hilfe können Frauen heute erwarten, die durch Scheidung, Gewalterfahrung, Überforderung in der Erziehung oder durch Flucht aus dem Heimatland keine Zukunftsperspektiven mehr für sich und ihr Kind sehen? Mutter-Kind-Häuser sind nicht überflüssig geworden, sondern werden unter anderen Vorzeichen auch heute mehr denn je gebraucht, damit die in eine Notsituation geratenen Mütter wieder eine Zukunft haben und selbstständig in ihrer eigenen Wohnung leben können.

Prof. Ingeborg Schödl, Vorsitzende des Hildegard Burjan Forums gab in ihrer Begrüßung einen kurzen historischen Rückblick auf die Gründung des CS Haus für Mutter und Kind.

Lebenskünstlerinnen zwischen Armutsrisiko und Zukunftschance

FH-Prof.in Dr.in Michaela Moser, Sozialexpertin der Armutskonferenz wies in ihrem Impulsreferat "Lebenskünstlerinnen zwischen Armutsrisiko und Zukunftschancen" auf Ansatzpunkte hin, um der Armut zu begegnen: Es brauche Maßnahmen zur Existenzsicherung, Verbesserung der sozialen Infrastruktur und Beteiligung der Betroffenen, die selbst viel "Reichtum" und Ideen einbringen könnten. Um die Armutssituation zu bekämpfen bedürfe es vor allem des Blicks auf betroffene Frauen als Lebenskünstlerinnen mit Zukunftschancen. Betroffene wehren sich dagegen, als "sozial schwach" bezeichnet zu werden, da sie in ihrer Situation oft soziale Kompetenz besitzen.

Podiumsdiskussion

Dr.in Maria Katharina Moser, Theologin und Ethikerin, modierte die Podiumsdiskussion, an der sich Min.Rat Dr. Ewald Filler, Leiter der Abteilung Familienrechtspolitik & Kinderrechte des Bundesministeriums für Familie und Jugend, Desislava Dudjunova, ehemalige Bewohnerin und Kindergruppenbegleiterin, Astrid Juraske, stellv. Leiterin CS Haus für Mutter und Kind, FH-Prof.in Dr.in Michaela Moser Sozialexpertin der Armutskonferenz und Dr.in Getraude Steindl von der Aktion Leben beteiligten.

Sr. Susanne Krendelsberger CS, Generalleiterin der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis dankte den MitarbeiterInnen, ehrenamtlich Engagierten und UnterstützerInnen des CS Haus für Mutter und Kind und wies auf die Weihnachtsschau der Caritas Socialis hin, die den Beratungsdiensten und dem CS Haus für Mutter und Kind zu Gute kommt.

Barbara Alli, ehemalige Bewohnerin des CS Haus für Mutter und Kind, sorgte für einen beschwingten musikalischen Abschluss des Abends.

Beim Ausgang teilten Kinder des CS Haus für Mutter und Kind selbst bemalte Anhänger aus. Beim anschließenden Imbiss wurde die Geburtstagstorte angeschnitten.