Caritas Socialis



Brüssel: "Woche der Hoffnung" stellt Hildegard Burjan vor

Im Rahmen des Morgengebets am 25. 6. 2013 spricht Sr. Karin Weiler über Hildegard Burjan.

Die EU-Bischofskommission ComECE veranstaltet eine "Woche der Hoffnung" im Brüsseler Europaviertel. Mit Diskussionsrunden und Vorträgen will das Festival vom 24. bis 27. Juni ein Schlaglicht auf kirchliche Vorbilder werfen, die sich mit Themen befasst haben, die noch heute in Europa aktuell seien.

Als Beispiel für eine politisch engagierte gläubige Frau erinnert die ComECE dabei an die aus Görlitz stammende Hildegard Burjan (1883-1933), die am 29. Jänner 2012 im Wiener Stephansdom seliggesprochen wurde. Im Rahmen des Morgengebets am 25. 6. 2013 in der Chapel for Europe wird Sr. Karin Weiler CS Hildegard Burjan vorstellen.

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Die gebürtige Jüdin ließ sich im Alter von 25 Jahren taufen und zog 1919 als einzige Frau der Christlichsozialen Partei Österreichs ins österreichische Parlament ein. In ihrem sozialen wie auch politischen Engagement setzte sie sich für gerechte Arbeitsbedingungen von Frauen und gegen Kinderarbeit ein. Während ihrer knapp zweijährigen parlamentarischen Tätigkeit setzte Hildegard Burjan viele Initiativen: Sie stellte Anträge auf Ausweitung des staatlichen Mutter- und Säuglingsschutzes und forderte die Anstellung von »Hauspflegerinnen« für Wöchnerinnen durch die Krankenkasse. Am Bildungssektor setzte sie sich für den Ausbau der Frauen- Aus- und Weiterbildung ein. Außerdem forderte sie eine Erhöhung des Budgets für die Mädchenschulbildung sowie die Gleichstellung von Mann und Frau im Staatsdienst. Eines ihrer wesentlichen Verdienste war die Verabschiedung des »Hausgehilfinnengesetzes«, womit für diesen Berufsstand erstmals Rechtsgrundlagen für die Arbeits- und Lohnbedingungen geschaffen wurden. Der Abgeordneten Hildegard Burjan gelang es in diesem Falle über Parteibarrieren hinweg, in der von beiden Seiten oft sehr ideologisch geführten Diskussion einen Konsens zustande zu bringen. 1919 gründete Burjan in Wien die Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis mit dem Auftrag, soziale Not zu lindern.

Die Einzelveranstaltungen der "Woche der Hoffnung" finden in mehreren Brüsseler Kirchen statt. Sie sind so terminisiert, dass EU-Bedienstete sie während der Mittagspausen und nach Büroschluss besuchen können.

Da Festival erinnert zugleich an das Schreiben "Ecclesia in Europa", das Johannes Paul II. vor zehn Jahren - am 28. Juni 2003 - im Anschluss an zwei Europa-Synoden - veröffentlichte.