Caritas Socialis



Wir gedenken unserer verstorbenen Mitschwester Sr. Jutta Talkner CS

Sr. Jutta war im 100. Lebensjahr und hatte erst vor kurzem ihr 70jähriges Jubiläum gefeiert.

Am Freitag, dem 19. Juni 2015 verstarb unsere Mitschwester Sr. Jutta, Maria Talkner CS. Sie wurde am 7. März 1916 in Hosterschlag (Südmähren) geboren, wo sie mit ihren beiden Geschwistern in einem religiösen Umfeld aufwuchs. Ihr Vater starb, als sie neun Jahre alt war. Gleich nach Abschluss der Schule musste sie zu einem Bauern in Stellung gehen. Ihr Wunsch war es aber, „recht weit in die Welt hinaus zu kommen". Sie fuhr zu einer Tante nach Karlsbad, konnte dort aber nur kurz bleiben. Sie arbeitete nochmals vier Jahre in ihrem Heimatort und brach danach erneut nach Karlsbad auf. Sie schloss sich der Marianischen Kongregation an. Über eine Cousine lernte sie die Schwestern der Caritas Socialis kennen. Die Spiritualität sprach sie sehr an und so bat sie 1939 um Aufnahme in unsere Gemeinschaft, als größten Beweggrund dafür nannte sie Jesus Christus.

Nach ihrer ersten Lebensweihe war sie zunächst ganz kurz in der Heilanstalt in Klosterneuburg tätig und anschließend bis 1950 in der Wiener Pfarre Breitensee. In den darauffolgenden vier Jahren arbeitete sie im damaligen Urlaubshaus der CS am Hafnerberg. Es folgte ein einjähriger Einsatz in der Küche unserer Zentrale in der Pramergasse in Wien. Von 1955 – 1965 lebte sie in Bozen und half im Mädchenheim der CS mit. Danach ging sie für ein Jahr nach Wiener Neustadt und unterstütze unsere Schwestern bei der Arbeit in einem Mädcheninternat. 1966 übersiedelte sie nach Wien-Kalksburg, wo sie bis zu ihrem Lebensende blieb. Hier leitete sie viele Jahre im Altersheim eine Station, später übernahm sie verschiedene kleine Dienste.

Wir durften unsere Sr. Jutta als einen sehr aufmerksamen, fröhlichen und musikalischen Menschen erleben. Bis zuletzt sang sie gerne, auch als sie schon ganz bettlägerig war. Sie liebte die Caritas Socialis über alles. Ihr Eintritt erfolgte in einer krisengeschüttelten Zeit. Sie ließ sich aber durch niemanden beirren, da sie sich von Gott in die Caritas Socialis gerufen wusste. Ihre größte Sehnsucht war es, „in der Liebe ihrem Herrn entgegenreifen zu dürfen."

Wir begleiteten unsere Mitschwester am Mittwoch, dem 1. Juli 2015 um 10:00 Uhr auf dem Kalksburger Friedhof (1230 Wien, Zemlinskygasse) zu ihrer letzten Ruhestätte und tfeieern anschließend im Hildegardishaus (1230 Wien, Mackgasse 1) für sie Eucharistie.

Bei der Gedenkstunde waren auch ein Neffe und eine Nicht von Sr. Jutta aus Deutschland anwesend, die uns an ihren Erinnerungen teilhaben ließen. Auch eine Bekannte, die Sr. Jutta seit ihrer Zeit in Hafnerberg kannte, war gekommen.

>> Parte von Sr. Jutta Talkner

Bild von Sr. Jutta beim Gottesdienst mit P. Michael Zacherl SJ in der KapelleBeim Herz Jesu Fest hatte Sr. Jutta ihr 70jähriges Jubiläum gefeiert. Hier brennen noch die Kerzen vom Jubiläum.Gedenkstunde - in der Mitte die Osterkerze und das Bild von Sr. JuttaZUr Gedenkstunde waren auch Verwandte von Sr. Jutta aus Deutschland gekommenSr. Sieglinde erzählt über die schwierige Zeit, in der Sr. Jutta sich der Caritas Socialis angeschlossen hat.Eine Bekannte von Sr. Jutta aus der Zeit am HafnerbergNeffe von Sr. JuttaSr. Egberta erzählt, wie sie Sr. Jutta anlässlich ihres 50. Geburtstags mit einigen nacheinander eingestellten Weckern zu ihrer Geburtsstunde in der Nacht aufgeweckt hat. Sr. FidesSr. Gertrude erzählt aus Wiener Neustadtfrohes Gedenken an Sr. JuttaZum Abschluss singen wir das Böhmerwaldlied, das sich Sr. Jutta im Gedenken an ihre Heimat immer zum Namenstag gewünscht hat.