Caritas Socialis



Erste katholische Armutskonferenz in München

Am 28. 11. 2019 fand die erste katholische Armutskonferenz in München statt.

Zur ersten Katholischen Armutskonferenz hat am 28. November der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. gemeinsam mit seinen Fachverbänden wie IN VIA München, Sozialdienst katholischer Frauen München e.V., Katholischer Männerfürsorgeverein München e.V. und der Obdachlosenhilfe St. Bonifaz in den Veranstaltungssaal des Salesianums in München eingeladen. Moderiert wurde die Konferenz mit 120 Teilnehmenden von Ursula Heller.

Rund 270.000 Menschen in München leben laut des Armutsberichts der Stadt von einem Einkommen, dass unterhalb der Armutsgrenze lieg. Und das in einer eigentlich sehr wohlhabenden Stadt. Was kann man dagegen tun? Wo gibt es Lücken im Hilfssystem? Diese Frage haben sich heute die Teilnehmer der ersten katholischen Armutskonferenz in München gestellt.

Am Vormittag fand eine spannende und informative Podiumsdiskussion statt, an der u.a. Kardinal Reinhard Marx, Schauspielerin Uschi Glas, Sr. Monika Plank CS teilnahmen. Nach der Mittagspause wurden vier Themen im Rahmen eines World Cafés diskutiert.

In der wohlhabendsten Großstadt Deutschlands lebt jeder sechste in relativer Armut, hohe Lebenshaltungskosten und hohe Mieten verschärfen das Problem weiter. Eben deshalb hat die Caritas zur Armutskonferenz geladen, auf der es auch um die Vernetzung der Akteure in dem Bereich geht, gekommen sind Vertreter der Kirche, von Vereinen und Verbänden. Schnell wird klar, dass sich die Lage in München weiter verschlechtert. "Die prekären Lebensverhältnisse nehmen zu", sagt Kardinal Reinhard Marx. Eine Beobachtung, die auch Caritas-Direktor Georg Falterbaum macht: Immer mehr Menschen kämen zur Insolvenzberatung. Wie sich der Trend bei Kindern niederschlägt, weiß Schauspielerin Uschi Glas. Vor zehn Jahren hat sie den Verein "Brotzeit" gegründet, der auch an Münchner Schulen Kinder an Brennpunktschulen mit Frühstück versorgt. Ihr Beitrag zeigt, wie sehr Armut bereits im Kindesalter diskriminiert.

Anita Niedermeier kann auch davon erzählen, wie schnell Menschen im Großraum München in die Armut abrutschen. Die Geschäftsführerin des SZ-Adventskalenders, einem Verein, der Spenden für Bedürfte sammelt, spricht von Auslösern wie Krankheit, Schulden oder dem Tod eines Familienmitglieds. Der Sozialwissenschaftler Egon Endres plädierte dafür, die freie Wirtschaft stärker in die Armutsbekämpfung einzubeziehen: "Wenn sie das Thema nicht im Blick haben, gefährden die Firmen ihre eigenen Grundlagen", mahnte er.

Andere Teilnehmer vermissen das Engagement der Zivilbevölkerung. "Die Mehrheitsbevölkerung möchte nicht täglich mit Armut konfrontiert werden", sagt Marx. In München mahnt Marx: "Unsere Gesellschaft wird nicht zukunftsfähig sein, wenn wir prekäre Lebensverhältnisse weiter wachsen lassen."

„Es brauchen viele unsere Hilfe“, unterstreicht auch Sr. Monika Plank, von der Ordensgemeinschaft „Caritas Socialis“, die sich unter anderem in St. Bonifaz und der Nachbarschaftshilfe im Pfarrverband München-Westend für Menschen in Not einsetzt. „Ich freue mich, wenn ich wieder auf die Beine helfen und Würde zurückgeben kann.“ Die  Aussagen von Sr. Monika Plank waren geprägt von ihren Erfahrungen, ihrer Authentizität und ihrer Persönlichkeit. Sie zeigte,  wie wichtig der Respekt gegenüber Menschen ist, die von Armut betroffen sind.

>>Süddeutsche Zeitung: Armutskonferenz der Caritas - Gegen die soziale Spaltung

Egon Endres, Sr. Monika Plank, Anita Niedermeier, Ursula Heller, Georg Falterbaum, Uschi Glas, Kardinal Reinhard Marx und Barbara Igl.Ursula Heller, Kardinal Reinhard Marx, Sr. Monika Plank, Egon EndresUrsula Heller, Kardinal Reinhard Marx, Sr. Monika Plank, Egon Endres(C) Raphaela Rothenaicher: Ursula Heller, Kardinal Reinhard Marx, Sr. Monika Plank, Egon Endres(C) Raphaela Rothenaicher Ursula Heller, Kardinal Reinhard Marx, Sr. Monika Plank, Egon Endres