Caritas Socialis



Wir gedenken unserer verstorbenen Mitschwester Sr. Aurelia (Hedwig) Denkmayr CS

Am 12. Jänner 2018 verstarb Sr. Aurelia Denkmayr CS

Sr. Aurelia wurde als jüngstes von sieben Geschwistern am 18.8.1932 in Kainretschlag (Südböhmen) geboren. Ihre Eltern betrieben eine Landwirtschaft. Die zuerst glückliche Kindheit und das Leben der tiefgläubigen Familie wurde durch den 2. Weltkrieg sehr belastet. Zu Kriegsende begann die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus Tschechien. 1951 musste die Familie schließlich die Heimat verlassen und siedelte sich im Mühlviertel an. Ein großer Schicksalsschlag war auch der frühe Tod ihres Vaters im Jahr 1946. Die Familie zeichnet bis heute ein sehr starker Zusammenhalt aus. Aufgrund der Kriegsfolgen konnte Sr. Aurelia ihre Schul- und Berufslaufbahn nicht abschließen. Sie kam zu ihrer Schwester nach Leonfelden und half drei Jahre in deren Landwirtschaft mit. Anschließend arbeitete sie in einigen Privathaushalten sowie im Kolpinghaus in Linz, in dem CS Schwestern stationiert waren. Sie lernte die Gemeinschaft wegen ihrer Weltoffenheit und des Einsatzes für die Menschen schätzen und erfuhr so ihre Berufung.

1960 legte Sr. Aurelia ihre 1. Lebensweihe ab und arbeitete 5 Jahre in Klosterneuburg mit venerisch erkrankten Frauen. 1966-1973 war sie in der Bahnhofsmission am Wiener Westbahnhof tätig. In dieser Zeit absolvierte sie die Ausbildung zur Sozialarbeiterin. Wegen des fehlenden Schulabschlusses in früheren Jahren erhielt sie zwar kein Diplom, legte aber alle erforderlichen Prüfungen mit sehr gutem Erfolg ab. Danach konnte sie die Ausbildung für Ehe- und Familienberatung mit dem Diplom abschließen. 1973-1980 war Sr. Aurelia Leiterin der Schwesterngemeinschaft in der Pramergasse. In der sich anschließenden einjährigen Sabbatzeit machte sie die Ausbildung zur Altenpflegerin und arbeitete danach bis 1984 als Sozialarbeiterin in der „Aktion Diene dem Alter". Ihr nächster Einsatzort war bis 1988 die Bahnhofsmission in München. Danach übernahm sie bis Ende 1993 die Leitung der „Aktion Diene dem Alter". In der Amtsperiode 1989-1995 wurde sie zur Generalassistentin der Schwesterngemeinschaft gewählt. 1994-2001 erfolgte ihr zweiter Einsatz als Leiterin der Schwesterngemeinschaft in der Pramergasse und sie wirkte bis 2005 in den Sozial Pastoralen Diensten des CS Pflege- und Sozialzentrums Pramergasse. Nach offizieller Beendigung ihres Dienstes stand sie hier ehrenamtlich zur Verfügung und pflegte mit viel Liebe und Verständnis Kontakte zu BewohnerInnen, Mitarbeitenden und zu vielen jungen Menschen. Von ihnen allen wurde sie als Vertrauensperson außerordentlich geschätzt.

Sr. Aurelia erwies sich in all ihren Einsätzen und ihren vielen beruflichen und freundschaftlichen Beziehungen als eine nüchterne aber zutiefst gütige und treue Schwester – im wahrsten Sinn des Wortes. Sie begleitete all ihr Tun und die Menschen mit ihrem ständigen Gebet, das von großem Glauben und Vertrauen getragen war. Aus ihrem Leben, in dem sie nicht viele Worte machte, leuchtete die Liebe Christi.

Wir begleiten unsere Mitschwester am Samstag, den 20.01.2018 um 10:00 Uhr auf dem Kalksburger Friedhof (1230 Wien, Zemlinskygasse) zu ihrer letzten Ruhestätte und feiern anschließend im Hildegardishaus (1230 Wien, Mackgasse 1) für sie Eucharistie. Nach dem Mittagessen treffen wir uns zu einer Gedenkstunde.

Friedhof Kalksburgviele Menschen nahmen am Begräbnis auf dem Kalksburger Friedhof teilErinnerung an Sr. Aurelia Denkmayr in der Kapelle KalksburgKapelle KalksburgMusik beim Gottesdienstvolle Kapelle beim Gottesdienst für Sr. AureliaSr. Serafine liest einen Text vor, der Sr. Aurelia wichtig war - mit Zelebranten P. Josef Denkmayr, Helmut Schüller, Georg Henschling, Georg StockertGedenkstunde für Sr. Aurelia mit Musik aus der Familie DenkmayrSr. Susanne Krendelsberger lädt ein, von den Stationen im Leben Sr. Aurelia´s zu erzählenDer Bruder von Sr. Aurelia erzähltviele Geschichten machen die Person Sr. Aurelia´s unter uns lebendigviele aus der Familie Denkmayr sind gekommen, um Abschied zu nehmen.Gedenken an Sr. AureliaSr. HedwigHelmut Schüller erzählt über die Begegnung mit Sr. Aurelia in der Sprengelgemeinde des PriesterseminarsGerda schmidt erzählt von ihrem ersten Arbeitstag, an dem Sr. Aurelia sie begrüßt hatAus vielen Erinnerungssträngen wird ein buntes Lebenstuch gewobenDu schneidest mich ab, wie ein fertig gewobenes TuchP. Josef Denkmayr zeigt das fertig gewobene Tuch und übergibt es den Schwestern der CSWie ein Weber hast du mein Leben zu Ende gewoben.

ZUm Begräbnis auf dem Kalksburger Friedhof waren viele Verwandte, Mitschwestern, KollegInnen und Freunde gekommen.

Ihr Neffe P. Josef Denkmayr SVD erinnerte an die Fluchtgeschichte seiner Tante Hedwig, Sr. Aurelia. 1951 musste sie mit ihrer Familie Kainretschlag /Südböhmen fliehen und fand eine neue Heimat im Mühlviertel. Sr. Aurelia wusste: jeder Mensch braucht eine Heimat. Heimat fand sie in der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis, Heimat geben war aber auch ihre Sendung. Sie gab Menschen Heimat, indem sie zuhörte, sich für sie interessierte, sie annahm und aufnahm. Aus der Heimat von Sr. Aurelia in Kainetschlag und im Mühlviertel hatten de Verwandten Erde für ihr Grab mitgebracht.

In der bis auf den letzten Platz gefüllten Kapelle des Pflege- und Sozialzentrums Kalksburg feierten viele WeggefährtInnen Eucharistie für Sr. Aurelia. Als Konzelebranten feierten Georg Henschling, Georg Stockert und Helmut Schüller, die wie viele Priester lange Freundschaft mit Sr. Aurelia schon seit der Zeit im Priesterseminar verband, mit P. Josef Denkmayr den Gottesdienst. Sr. Serafine Ogrisek las einen Text von Augustinus vor, der Sr. Aurelia wichtig war. Im Rahmen des Gottesdienstes, der von Familie und jungen Freunden und Sr. Sieglinde Ruthner musikalisch gestaltet wurde, wurde Sr. Aurelia´s Lieblingslied "Freunde, dass der Mandelzweig wieder Blüten treibt, ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt" gesungen.

Nach dem Mittagessen fand eine Gedenkstunde in der Kapelle statt. Sr. Susanne Krendelsberger lud ein, von den Stationen im Leben Sr. Aurelia´s zu erzählen. Aus der Kindheit, von Vertreibung und Flucht erzählte ihr Bruder und Familienangehörige. Für jeden Beitrag wurde ein bunter Faden in ein Tuch gewoben. P. Josef Denkmayr erinnerte an den Bibelvers "Wie ein Weber hast du mein Leben zu Ende gewoben. Du schneidest mich ab, wie ein fertig gewobenes Tuch." Jes 38, 12 und überreichte am Ende der Gedenkstunde das fertig gewobene Tuch an die Schwestern.